TRADITION UND MODERNE
Karsdorfer Hohe Gräte lautete die Lagebezeichnung der Lützkendorfer Weine 1893 - dem Jahr der Eintragung in das Weinbergskataster. 

Bis 1959 bewirtschaftete Großvater Lützkendorf zwei Hektar Rebflächen, bevor sein Betrieb einer landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft angegliedert wurde.

Sohn Udo Lützkendorf ging 1960 nach Bad Kösen, arbeitete im dortigen volkseigenen Weingut als Kellermeister und als dessen Direktor von 1972 bis 1992.

1991 erhielt die Familie ihre Rebflächen zurück, kelterte diesen Jahrgang im Nebenerwerb selbst und Gründerenkel Uwe Lützkendorf, der heutige Besitzer, Dipl. Ing. für Gärungs- und Getränketechnologie meldete im Juli 1992 das Weingut als Haupterwerbsbetrieb an. Bis heute wurden umfangreiche Investitionen in die Neuaufrebung der Weinbergsflächen , den Bau von Gutsgebäuden und des Gutausschankes getätigt.
 
UNSER WEINANBAU
 
Um ein ökologisches Gleichgewicht in den Weinbergen herzustellen, lassen wir uns bei der Bewirtschaftung der Rebanlagen von naturnahen Grundsätzen leiten. So sind alle Weinberge begrünt und es wird auf Herbizide und Pestizide verzichtet. Zur Anwendung kommen ausschließlich Nützling schonende Pflanzenschutzmittel. 

Der Tatsache Rechnung tragend, dass das Saale-Unstrut-Gebiet das nördlichste Wein-  anbaugebiet Europas ist, praktizieren wir bewusst einen stark reduzierten Anschnitt der Fruchtruten auf 8-12 Augen pro Rebe, eine gezielte Ausdünnung der Trauben sowie eine sehr späte Lese..
 
MODERNE KELTERUNG
Traubenverarbeitung: 

Um möglichst gerbstoffarme Moste als Grundlage für die Weinbereitung zu erzeugen, werden die Trauben in der Regel entrappt, die Maische mit maximal 2 bar Druck pneumatisch gepresst. Bei höheren Qualitäten praktizieren wir auch die Ganztraubenpressung. 

Mostbehandlung: 

Die Vorklärung der Moste erfolgt ohne chemische Zusätze durch Absetzen. Zur Vinifizierung werden den Mosten ausgesuchte Reinzuchthefen zugesetzt, um eine saubere und kontinuierliche Vergärung zu gewährleisten. Eine langsame reduktive Vergärung auf Edelstahlgebinden in einem kühlen Keller wird dabei von uns bevorzugt.

Schönung: 

Zur Klärung und Entfernung unerwünschter Trub- und Inhaltsstoffe im Jungwein werden ausschließlich natürliche Schönungsmittel, wie Bentonit (gebrannte Tonerde), Kieselsol, Gelatine, Hausenblase und Hühnereiweiß verwendet. 

Filtration:

Die Abtrennung von Trubteilchen erfolgt durch modernste Kieselgur- und Kerzenfiltration, um den Wein schonend zu behandeln. 

Reifung & Abfüllung:

Die Reifung der Weine erfolgt sehr reduktiv unter Vermeidung von Luftzutritt in Edelstahltanks oder Holzfässern. Sie werden bis auf wenige Ausnahmen dem Gebietstyp entsprechend klassisch-trocken ausgebaut. Auf den Zusatz von Traubensaft (Süßreserve) wird verzichtet. Wir favorisieren eine möglichst frühe Abfüllung und längere Flaschenlagerung bis zur Trinkreife. 

Einsatz von SO2: 

Durch eine frühe Füllung wird der Erhalt von natürlicher Gärungskohlensäure begünstigt und damit der Einsatz von SO2 als Konservierungsmittel minimiert. Die Gehalte an freier SO2 betragen im Durchschnitt 40-50 mg/l und an Gesamt-SO2 maximal 100 mg/l.